Der Übersetzungsmarkt entwickelt sich stetig weiter. Der Einsatz computergestützter Übersetzungsprogramme (CAT-Tools) und die Digitalisierung des Berufsfelds bringen neue Herausforderungen mit sich.

Heute verwenden Übersetzungsagenturen, selbständige Übersetzer und Geschäftskunden weltweit solche CAT-Tools. Bekannte Beispiele sind die folgenden Programme der Marktführer: SDL Trados, STAR Transit, Wordfast und MemoQ.

 

Suche nach einem universellen Dateiformat für Übersetzungen

Das aktuelle standardmäßige Dateiformat ist .xliff. Diese Auszeichnungssprache wurde im Jahr 2002 von der Organisation OASIS entwickelt und sollte Lokalisierungsprozesse vereinheitlichen.

Seitdem wurde in allen CMS und TMS (Translation Memory System) dieses Format im jeweiligen System integriert. Beim Einbindungsprozess von .xliff treten jedoch hin und wieder Kompatibilitätsprobleme auf.

Dies bedeutet konkret, dass jedes CAT-Tool Projekte anders erstellt und das .xliff-Format auch anders verarbeitet. Im Alltag funktioniert der Datenaustausch zwischen den an der Übersetzung beteiligten Akteuren (Agenturen, Übersetzer und Unternehmen) bisweilen nicht immer reibungslos, wenn sich die genutzten Softwareprogramme voneinander unterscheiden.

Die Liste der Ärgernisse ist lang: beinahe vollständige Inkompatibilität der Übersetzungsspeicher, Datenverlust, abweichende Segmentierung von Sätzen usw. Dies bremst alle Beteiligten aus.

Mit der Initiative TAPICC soll ein Standard eingeführt werden, der mit allen CAT-Tools kompatibel ist. Die Suche nach dem universellen Dateiformat hat begonnen!

 

Das revolutionäre Projekt TAPICC

Die vor einigen Monaten von der Organisation GALA (Globalisation and Localization Association) ins Leben gerufene Initiative stößt bei Übersetzungsdienstleistern auf ein einstimmiges Echo.

Die kompetenten Teams von Technicis haben die Gunst der Stunde genutzt, um ihren Beitrag zu diesem ehrgeizigen Projekt zu leisten: „Wieso sollte man etwas 30 Mal auf die komplizierte Art machen, wenn es auch einmal einfach geht? Ich bin froh, dass dank TAPICC diese Idee in der Branche jetzt umgesetzt werden soll!“, meint Alexandre Cazenave, freiwilliger Mitwirkender der Initiative TAPICC und Mitarbeiter der Produktionsabteilung von Technicis.

TAPICC, ausgeschrieben „Translation API (Use) Class and Cases Initiative“, verfolgt drei Ziele:

  1. Einrichtung eines standardmäßigen und „Internet-freundlichen“ Dateiformats als Ablösung des derzeitigen .xliff, welches für Webtechnologien zu schwer zu verarbeiten ist (die meisten CAT-Tools basieren auf dem SaaS-Modell).
  2. Bestimmung eines standardmäßigen Projektformats, das direkt nach dem Herunterladen mit allen anderen Programmen kompatibel ist.
  3. Entwicklung einer universellen API für einen leichteren Datenaustausch zwischen allen Beteiligten unter Nutzung der Erkenntnisse aus COTI, einer vorhergehenden Initiative.

Philippe Brissard, freiwilliger Mitwirkender der Initiative TAPICC und Mitarbeiter der Produktionsabteilung von Technicis, bewertet die Situation folgendermaßen: „Nur selten hat man die Gelegenheit, zur zukunftsweisenden Entwicklung seines Berufsfelds beizutragen. Mit TAPICC ist aber genau das möglich, denn wir schaffen hiermit die Grundlagen der professionellen Übersetzungstools der Zukunft. Wir sollten diese Gelegenheit beim Schopfe packen.“

 

Phase 1 der Initiative hat bereits begonnen und endet am 31. Dezember 2017. Alexandre Cazenave und Philippe Brissard arbeiten an der Bestimmung des Dateiformats für Übersetzungen, das .xliff zukünftig ersetzen wird. In einem internationalen Team aus 15 Fachleuten versuchen sie, diese Herausforderung zu meistern, was ihnen ganz bestimmt glänzend gelingen wird.

In den kommenden Monaten werden wir sie aus nächster Nähe dabei beobachten und Ihnen schon sehr bald Neuigkeiten zum Projekt verkünden können.